Weinheim. Im Juni 2017 hat das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? in Heidelberg eine Auszeichnung erhalten: ?Aktiv f?r Demokratie und Toleranz?, verliehen von der Bundeszentrale f?r politische Bildung. Darauf ruhen sich der Sprecherkreis und der Initiativkreis des B?ndnisses aber nicht aus ? sondern das ?Bunte Weinheim? plant weitere Aktionen. Das ist das Fazit des Jahrestreffens, das jetzt im Weinheimer Rathaus stattgefunden hat.
Zun?chst sprach der Initiativkreis, der sich aus den Mitglieds-Organisationen des B?ndnisses zusammensetzt, dem f?nfk?pfigen Sprecherkreis uneingeschr?nkt sein Vertrauen aus: Dirk Ahlheim, Stefano Bauer, Stella Kirgiane-Efremidis, Uli Sckerl und Monika Springer werden weiter Ideen und Konzepte f?r das B?ndnis entwickeln; das ?Bindeglied? zur Stadtverwaltung bleibt Pressesprecher Roland Kern. Bei der Preisverleihung waren die Sprecherkreis-Mitglieder auf ein Theaterst?ck aufmerksam geworden, mit dem der Verein ?Sicheres Heidelberg? ebenfalls zu den Preistr?gern geh?rt hatte. In diesen St?ck wird die Gef?hrdung junger Menschen durch radikale Kreise thematisiert, es tr?gt den Titel ?Jungfrau ohne Paradies?. Das B?ndnis will das Theater-Ensemble engagieren und die Auftritte kostenfrei an weiterf?hrenden Weinheimer Schulen anbieten. Im gleichen Zuge bieten Pr?ventiveinheiten der Polizei dazu Gespr?chsrunden und Informationsmaterial an. Das B?ndnis ist hierzu bereits mit den Schulleitungen in Kontakt getreten.
?berhaupt soll der Schwerpunkt der T?tigkeiten weiter auf der Demokratiebildung liegen sowie auf der Sensibilisierung der Stadtgesellschaft im Hinblick auf radikale Gef?hrdungen. Im Jahresprogramm sind wieder ein Buntes Treffen mit den Sch?lerinnen und Sch?lern kurz vor den Sommerferien vorgesehen, im Herbst eine Autorenlesung mit dem Schriftsteller Wolfgang Schorlau, der den NSU-Prozess in einem Roman aufgearbeitet hat. Im Herbst ist noch einmal eine Veranstaltung geplant, in der sich das Weinheimer B?ndnis mit seinem Pendant ?Fulda gegen Rechts? vernetzen will. Desweiteren wurde besprochen, dass sich ?Weinheim bleibt bunt? aktiv in die Bewegung ?Pulse of europa? einbringt, die in Weinheim im Laufe des Jahres vermehrt in Erscheinung treten will.
Grunds?tzlich ist der Initiativkreis auch offen f?r weitere Mitstreiter f?r eine tolerante Stadtgesellschaft. Direkt aufgenommen wurde jetzt das Pilgerhaus, denn das Bild einer offenen Gesellschaft betreffe nat?rlich auch sehr stark die Themen Integration und Inklusion. Mit weiteren Organisationen sei man im Gespr?ch. Beim Jahresr?ckblick erinnerte Roland Kern an verschiedene Aktionen und Projekte im vergangenen Jahr, unter anderem an das Theaterst?ck ?Rechts, Ex und Pop? im Gro?en Sitzungssaal, den bunten Sch?lerspaziergang im Sommer und eine Infoveranstaltung mit dem Mannheimer Politikwissenschaftler Dr. Christian Stecker zur Bundestageswahl. Lange in Erinnerung bleiben werde die in Regenbogenfarben bunt angeleuchtete Burg Windeck als Reaktion auf eine AfD-Veranstaltung am Marktplatz im September. ?Das ist sehr gut angekommen?, berichtete er. Das Motiv der bunten Burg habe sich in der Region verbreitet und werde seither vielfach nachgefragt. Der in Weinheim ans?ssige weltweit t?tige Verlag Wiley VCH habe das Bild sogar als Weihnachtskarte vom Standort Weinheim als Botschaft durch die Welt geschickt.
]]>Weinheim. Es war ein durchaus historischer Abend, n?mlich der Vorabend der Konstituierung jenes Deutschen Bundestages, in dem erstmals Vertreter einer rechtspopulistischen Partei sitzen. ?Wie soll man jetzt mit der AfD umgehen??, fragte daher das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? am Montagabend nach einem ?Bunten Spaziergang? den Mannheimer Politikwissenschaftler und Parteienforscher Dr. Christian Stecker vom Mannheimer Zentrum f?r Europ?ische Sozialforschung.
Eingangs hatte Weinheims Pressesprecher Roland Kern f?r den Sprecherkreis des B?ndnisses den Referenten und rund 60 interessierte Besucher im Gro?en Sitzungssaal des Rathauses begr??t und erl?utert, dass weder der Tag noch der Ort der Veranstaltung Zufall sei. Bewusst habe man den Montag vier Wochen nach der Wahl ausgesucht und bewusste den Saal, in dem regelm??ig Demokratie gelebt wird.
Man sollte ?nicht ?ber jedes St?ckchen springen, das die AFD hinh?lt?, warnte Christian Stecker davor, auf die Provokationen der AfD zu sehr einzugehen. Die Meinungsfreiheit m?sse akzeptiert aber auch eingefordert werden. Im Bundestag sollte man sie ?m?glichst als normale Partei behandeln und damit den Opferstatus verweigern?. Stattdessen sollten die etablierten Parteien Widerspr?che in der Politik der AfD aufgreifen ?und die besseren Antworten geben?.
Die Empfehlungen des Wissenschaftlers waren gut einzuordnen in einen Erfahrungsbericht, den Uli Sckerl erg?nzte. Der MdL geh?rt dem Sprecherkreis des Weinheimer B?ndnisses an und hat als Parlamentarischer Gesch?ftsf?hrer der Gr?nen im Stuttgarter Landtag bereits seine Erfahrungen mit der AfD in einem Parlament gemacht. Auch Sckerl berichtete von Provokationen und der am liebsten gew?hlten Opferrolle der AfD, die sich vom parlamentarischen Politikbetrieb weitgehend isoliere, stattdessen aber beispielsweise mit einer Flut von Kleinen Anfragen die Ministerien besch?ftige. ?Die meisten stehen im Zusammenhang mit den Themen Fl?chtlingen und Integration?, berichtete Sckerl. Das war eine Erfahrung, die wiederum von Christian Stecker best?tigt wurde. Auch er berichtete von ?regelm??igen Inszenierungen und verbalen Ausf?llen? von AfD-Abgeordneten in Landesparlamenten und einen klaren Schwerpunkt auf der Zuwanderungs- und Asylpolitik. AfD-Poltiker am Rednerpult seien oft viel weniger an den Reaktionen im Plenum interessiert, vielmehr an m?glichst vielen ?Klicks? bei Facebook und YouTube.

Sckerl und Stecker waren sich darin einig, dass es sich bei der AfD nicht um ein vor?bergehendes Ph?nomen handelt, sondern man m?sse sich wohl auf l?ngere Zeit mit den Rechtspopulisten besch?ftigen. Andererseits verwies der Politologe auch auf ?Repr?sentationsl?cken? in der Migrations- und Integrationspolitik. So sind nach Umfragen rund 80 Prozent der Bev?lkerung daf?r, den Zuzug zu begrenzen oder gar ganz zu unterbinden. Hingegen sagten ?ber die H?lfte der ersten Migrantengeneration aber immer noch 36 Prozent der zweiten und dritten Generation aus, dass die Gebote des Islams wichtiger seien als die Gesetze des Staates, in dem man lebt. Stecker: ?Da muss man nat?rlich auch sagen: Da hat nicht alles so funktioniert, wie wir das wollen.?
An die beiden Referate schloss sich eine intensive Fragerunde mit Diskussion an, an der sich auch Mitlieder des Weinheimer Jugendgemeinderates rege beteiligten. Keine Prognose wollte Stecker auf die Frage abgeben, ob die AfD in den St?dten auch bei den Kommmunalwahlen in zwei Jahren antreten wird. Einig war man sich im Kreis der Zuh?rer aber darin, dass Weinheim auf solche Bem?hungen vorbereitet ist: Weil es das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? gibt.
Woher kommen Angst, Ohnmachtsgef?hle, Misstrauen, und Enthemmungen? Warum werden Verschw?rungstheorien geglaubt? Wer steckt hinter den ?Rechten? Ideen und Ideologien? Wo sind Andockstellen f?r die, die angeblich nur einmal ?Protest? gew?hlt haben? Das sind Fragen, mit denen sich alle Menschen besch?ftigen, die sich um die politische Situation in Deutschland, Europa und der Welt sorgen. Fragen wie diese stellen sich auch die Profi-Schauspieler des ?Community Art Center Mannheim?. Die Truppe, die in der Mannheimer Neckarstadt ihren Sitz und K?nstler aller Art in ihren Reihen hat, wird dieses Jahr in Weinheim die Premiere ihres neuen politischen St?cks feiern: Am Freitag, 7. Juli, 19 Uhr, und am Sonntag, 9. Juli, 18 Uhr, kommt die Truppe an keinen unbedeutenderen Ort als in den Gro?en Ratssaal im Rathaus, dem Schloss.
Dieser ?Ausflug? aus der Quadratestadt an die Bergstra?e hat einen Grund: Denn der ?Community Art Center? spielt das St?ck, in dem es um Bewahrung und St?rkung von Demokratie geht, auf Einladung des B?ndnisses ?Weinheim bleibt bunt?, das sich die gleichen Ziele auf die Fahnen geschrieben hat. Unterst?tzt wird die doppelte Theaterpremiere, wie das B?ndnis ?berhaupt, von der in Weinheim ans?ssigen Freudenbergstiftung sowie von der Open Society Foundation. Die beiden Theaterabende sind daher auch eintrittsfrei.
Es ist kein Zufall, dass ?RECHTS ex und pop ? oder Eine Proklamation f?r die Demokratie“ an einem Ort spielt, in dem ansonsten das Hauptorgan der Stadt Weinheim tagt. Das St?ck wird an Pl?tze reisen, wo Demokratie praktiziert wird. Der Sitzungssaal wird zur Theaterb?hne. Das St?ck sensibilisiert f?r demokratiegef?hrdende Bewegungen und will mobilisieren, einzutreten f?r die Erhaltung und Weiterentwicklung der offenen Gesellschaft, so wirbt das Ensemble f?r die Botschaft des St?cks.? Um Fragen wie diese geht es: Wer steckt hinter den ?Rechten? Ideen ? welche Menschen, welche Biografien, welche Netzwerke und wie agieren diese? Wie kommen Menschen dazu, Rechtspopulisten zuzustimmen und rechte Gewalt zu billigen? Die theatrale Untersuchung des ?Community Art Center? st?tzt sich auf Zeitungsartikel, wissenschaftliche Untersuchungen zu Rechts-Populismus und Extremismus, eigene Befragungen auf der Stra?e, Reden von Agitatoren, literarische Fragmente von ?d?n von Horvath, Videos aus dem Internet, Wahlanalysen, psychologische Studien (von Adorno, Rogers, auch zu Posttruth Politics) und auf das Werk Karl Poppers ?Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde?.
Annette Dorothea Weber, k?nstlerische Leiterin des Ensembles, erkl?rt: ?Als K?nstlerinnen und K?nstker wollen wir Position beziehen. So wollen wir der gesellschaftlichen Polarisierung, dem Auseinanderdriften von Milieus etwas entgegensetzen und Impulse f?r neue Querverbindungen schaffen. Wir wollen keine Gegenwart und Zukunft, in der Menschen wegen ihrer Verschiedenheit Angst, Hass und Gewalt erleben. Es geht uns um nichts weniger als um die Frage nach der Bedrohung und notwendigen St?rkung unserer Demokratie und der offenen Gesellschaft mit k?nstlerischen Mitteln.? Nach der Weinheimer Premiere tourt die Produktion nach Stuttgart, Hoyerswerda, F?rstenwalde, Dortmund und Berlin.
Das St?ck wird in folgender Besetzung aufgef?hrt:
Inszenierung und St?ckfassung: Annette Dorothea Weber; Spiel: Caroline Betz, Folkert D?cker, Monika-Margret Steger, Mathias Wendel; Stimme: Angelika Baumgartner; Musik: Mike Rausch; Ausstattung: Julia Schiller; Dramaturgie: Birgit Thomas; Videospiel: Mosjkan Ehrari, Grafik: Jessica Uhrig, Ausstattungsassistenz: Karolina. Es wird im Weinheimer Rathaus zweimal ?ffentlich aufgef?hrt, am Freitag, 7. Juli, 19 Uhr und am Sonntag, 9. Juli, 18 Uhr. Beide Vorstellungen sind eintrittsfrei. Einlass so lange Pl?tze frei sind. Am Montag, 10. Juli ist tags?ber eine weitere Vorstellung f?r Sch?lerinnen und Sch?ler geplant.
Die Preisverleihung nahm Christian Lange vor, der aus Berlin nach Heidelberg gereist war; er ist Parlamentarischer Staatssekret?r im Bundesministerium f?r Justiz und Verbraucherschutz. Der Preis wird vom B?ndnis f?r Demokratie und Toleranz ausgelobt, das seinen Sitz ebenfalls in Berlin hat. ?Der Preis ist f?r uns Best?tigung, aber auch ein Ansporn, weiter an einer offenen und toleranten Stadtgesellschaft zu arbeiten?, erkl?rte Dirk Ahlheim, der dem Sprecherkreis des B?ndnisses angeh?rt. Er nahm den Preis gemeinsam mit Monika Springer entgegen; auch sie geh?rt dem f?nfk?pfigen Sprecherkreis an.
Das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? hatte sich im Dezember 2014 gegr?ndet, nachdem feststand, dass die NPD im November 2015 ihren Bundesparteitag in der Stadthalle abhalten werde. Seit diesem Zeitpunkt mobilisierte das B?ndnis zahlreiche B?rgerinnen und B?rger Weinheims und Umgebung bei Veranstaltungen wie regelm??igen ?Bunten Montagsspazierg?ngen? und Gedenkstunden aus aktuellen politischen Anl?ssen. Im November 2015 wurde mit breiter Unterst?tzung aus der ?rtlichen Wirtschaft ein zw?lfst?ndiges buntes Kulturfestival gegen?ber der Stadthalle aus dem Boden gestampft ? das ?bunte Weinheim? bot dem ungeliebten politischen Besuch eindrucksvoll Paroli. Eineinhalb Jahre nach der bislang gr??ten Herausforderung ist das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? weiterhin sehr pr?sent. Es ist breiter aufgestellt denn je: Zu den B?ndnismitgliedern z?hlen fast alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen, die Stadtverwaltung selbst, der Jugendgemeinderat, der Stadtjugendring, sowie Kulturschaffende, Vereine, Stiftungen und Migranten-Organisationen. Neben Monika Springer und Dirk Ahlheim geh?ren Stella Kirgiane-Efremidou, MdL Uli Sckerl und Stefano Bauer dem Sprecherkreis an. Pressesprecher Roland Kern ist das ?Bindeglied? zur Stadtverwaltung.
?Unser Beitrag f?r Demokratie und Toleranz wird weiter gebraucht, und wir bleiben wachsam?, betonte Uli Sckerl. Stella Kirgiane-Efremidou erkl?rte, dass der Preis stellvertretend vom Sprecherkreis entgegengenommen wurde, aber ?den vielen Menschen geh?rt, die sich in Weinheim f?r eine bunte Stadtgesellschaft einsetzen?. Stefano Bauer verwies auf die Rolle der Jugendlichen im B?ndnis und auf den n?chsten ?Bunten Sch?lerspaziergang? am 17. Juli in Weinheim. Zu den Preistr?gern am Montag in Heidelberg z?hlten neben dem Weinheimer B?ndnis unter anderem Organisationen und Vereine wie das K?nstlernetzwerk New LIMES aus Mannheim, das Dekanat Saarbr?cken mit dem Projekt ?Ohne Stimme? und ?Odenwald gegen Rechts? aus Michelstadt.
Die n?chste Veranstaltung des B?ndnisses ?Weinheim bleibt bunt? ist bereits am Freitag, 7. Juli, und am Sonntag, 9. Juli mit einem Theaterst?ck des Ensemble ?CommunityARTCenter? aus Mannheim.
]]>Die B?ndnis-Sprecher betonten, dass im Licht dieses Urteils, die Entscheidung des Gemeinderates, die Veranstaltungss?le generell f?r parteipolitische Veranstaltungen zu untersagen, richtig gewesen sei.? Das B?ndnis geht davon aus, dass der Gemeinderatsbeschluss rechtsverbindlich ist und es nie wieder einen Bundesparteitag der NPD in Weinheim geben wird. Das ?Bunte Weinheim? wird nach Angaben des Sprechergremiums das Urteil intensiv auswerten. Man werde eine ?ffentliche Diskussion dazu f?hren, bei der es auch um die k?nftige Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus und dem neuen Ph?nomen des Rechtspopulismus gehen soll. F?r das ?Bunte Weinheim? steht fest, dass man sich auch k?nftig f?r demokratische Grundwerte und jetzt erst recht f?r eine tolerante und weltoffene in der Zwei-Burgen-Stadt einsetzen wird. ?Diese Aufgabe bleibt, ob mit oder nun ohne NPD-Verbot?.
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toleranten Gesellschaft? zu leben. Wir werden sie noch entschlossener verteidigen.? S?tze wie dieser fielen am Mittwochabend auf dem Weinheimer Marktplatz, wo das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? zu einer Mahnwache gegen Terror und Krieg auf der Welt aufgerufen hatte.
Die Veranstaltung war urspr?nglich als Mahnwache f?r die Opfer von Aleppo vorgesehen, hatte aber durch den Anschlag von Berlin eine neue Bedeutung gewonnen. Etwa Hundert Menschen waren dem Aufruf gefolgt und mit Kerzen zum Marktplatz bekommen. ?Der Terrorismus wird nicht siegen. Die Angst wird uns nicht beherrschen, die Zuversicht, dass? Demokratie und Menschenrechte letztlich siegen werden, tr?gt uns?, so dr?ckte es der Weinheimer Landtagsabgeordnete, Kreis- und Stadtrat Hans-Ulrich Sckerl aus, der auch Mitglied des Sprecherkreises im ?Bunten Weinheim? ist.
Er appellierte: ?Wir wollen aufeinander achten und noch fester zusammenstehen. Wir sind solidarisch mit den Berlinerinnen und Berlinern wir sind solidarisch mit den Menschen in Aleppo und in Syrien mit allen Menschen die derzeit unter Krieg, B?rgerkrieg, Hunger und Vertreibung leiden. Davon lassen wir uns nicht abbringen.? Sckerl ?bte Kritik an politischen Kr?ften, die schon wenige Stunden nach dem Attentat von Berlin politische Konsequenzen gefordert hatten. ?Die ?blichen Patentrezepte die gegeben werden, bevor Verbrechen ?berhaupt aufgekl?rt wurden, halten wir f?r h?chst fahrl?ssig und verantwortungslos?, erkl?rte er. Und: ?Wir spielen nicht mit den Gef?hlen unserer B?rger und Mitmenschen.? ?Man hoffe nun auf m?glichst schnelle Polizeierfolge im Kampf gegen den Terrorismus. Das Ziel, so Sckerl, sei ?gr??tm?gliche Sicherheit, aber auch gr??tm?gliche Freiheit?.
Au?er Hans-Ulrich Sckerl sprach ein 25-j?hriger Mann aus Syrien, der als Fl?chtling in Weinheim lebt, zu den Weinheimer B?rgern. Er dr?ckte sein tiefes Mitgef?hl f?r die Opfer des Anschlags aus und versicherte, dass terroristische Gruppen den Islam lediglich f?r ihre Gr?ueltaten missbrauchten. Der Syrer dankte den Weinheimerinnen und Weinheimern f?r ihre Gastfreundschaft und auch f?r die Betroffenheit, die mit der Mahnwache gegen?ber dem Krieg in seinem Heimatland ausgedr?ckt werde. Albrecht Lohrb?cher, Sprecher im Arbeitskreis Asyl, Pfarrer und Mitglied im Initiativkreis von ?Weinheim bleibt bunt?, schloss die Mahnwache mit einem Gebet des Rabiners Leo Baeck ab, der das Konzentrationslager Theresienstadt ?berlebte. Darin hei?t es unter anderem: ?Friede sei den Menschen, die b?sen Willens sind, und ein Ende sei gesetzt aller Rache und allem Reden von Strafen und Z?chtigung.?
]]>Weinheim. Das ?Bunte Festival? anl?sslich des NPD-Parteitages im November 2015 hallt in Weinheim und der Region deutlich nach. Jetzt auch bundesweit. Das ?B?ndnis f?r Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt?, das ein Teil der Bundeszentrale f?r politische Bildung mit Sitz in Berlin ist, hat das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? jetzt im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs ?Aktiv f?r Demokratie und Toleranz? als ?vorbildlich? eingestuft. Diese Auszeichnung ist mit einem Preis in H?he von 4000 Euro verbunden.
Die Nachricht kam am Mittwoch im Weinheimer Rathaus an, wo Pressesprecher Roland Kern das Bindeglied zwischen der Verwaltung und dem ehrenamtlichen Sprecherkreis des B?ndnisses ist.
Das ?B?ndnis f?r Demokratie? w?rdigte nicht nur das kulturelle Gegengewicht, das vom B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? im November 2015 in dem zw?lfst?ndigen Festival geb?ndelt wurde, sondern auch die nachhaltige Wirkung in der Weinheimer Stadtgesellschaft. Ein Jahr lang hatte das B?ndnis monatlich zu Bunten Montags-Spazierg?ngen f?r eine weltoffene Stadtgesellschaft ohne Fremdendfeindlichkeit und Diskriminierung aufgerufen, meistens zu aktuellen Themen und Anl?ssen. Ein ?Bunter Sch?lerspaziergang? der Weinheimer Schulen ist daraus als j?hrliches Projekt haften geblieben. Desweiteren gab es Vortragsveranstaltungen und Gedenkstunden anl?sslich aktueller Anl?sse.
Im Sommer hatte sich der Initiativkreis des B?ndnisses zuletzt getroffen, um weitere Aktionen abzustimmen. So arbeitet der Sprecherkreis, der aktuell aus Dirk Ahlheim, Uli Sckerl, Monika Springer und Stella Kirgiane-Efremidis besteht, an der Gr?ndung eines F?rdervereins f?r das B?ndnis und weiteren Projekten. ?Der warme Regen aus Berlin kommt da gerade richtig, wir k?nnen das Geld sehr gut einsetzen?, teilte gestern der Sprecherkreis mit. Man werde dem Initiativkreis, in dem alle B?ndnismitglieder vertreten sind, zeitnah Vorschl?ge unterbreiten und nat?rlich Ideen von dort aufgreifen.
Der Sprecherkreis soll die Auszeichnung im Rahmen einer regionalen Preisverleihung im ersten Halbjahr 2017 entgegennehmen. Die Auszeichnung gelte dem B?ndnis, genauso aber einer breiten Bewegung in der Stadt, die das Festival im November 2015 durch Spenden, Sponsoring und andere Beitr?ge erm?glich hat, betonte Roland Kern.
?Die Auszeichnung ist f?r uns auch ein Ansporn, in unseren Bem?hungen f?r eine tolerante und weltoffene Stadtgesellschaft nicht nachzulassen?, so die Mitglieder des Sprecherkreises. Die aktuelle politische Lage mit dem weltweiten Erstarken rechtspopulistischer Kr?fte erfordere gerade in den Kommunen eine hohe Wachsamkeit und gute Argumente an der Basis.
Das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? hat sich im Dezember 2014 gegr?ndet. Zu den Mitgliedern geh?ren neben der Stadtverwaltung selbst fast alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen und Gruppen, Vereine, Stiftungen und Organisationen aus der Stadt.
Mit einem kulturellen Schulterschluss und der Botschaft einer bunten weltoffenen Stadt bot Weinheim am 21. November 2015 dem NPD-Parteitag die Stirn.
Nach einer Kundgebung am Morgen des Samstag, 21. November, auf der ?Weschnitzbr?cke? in Sichtweite zur Stadthalle, gab es in einem beheizten Kulturzelt an der Weschnitz, wenige Hundert Meter von der Stadthalle entfernt, eine mehr als zehnst?ndige Kulturveranstaltung. Mit dabei waren? K?nstler aller Genres aus der Stadt: Darunter auch Prominente wie die in Weinheim lebende Schriftstellerin Ingrid Noll und die Jazz-Musikerin Anke Helfrich. Im Programm traten Tanzgruppen und Ch?re auf, Kabarettisten und weit ?ber ein Dutzend Musikbands, darunter auch Menschen mit Handicaps und ? erstmals ? eine Fl?chtlingsband. Das Programm fand nonstop auf zwei B?hnen statt, um l?ngere Umbaupausen zu vermeiden.
Hinter dem Festival steht das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt?, das vom Weinheimer Gemeinderat den Auftrag erhalten hatte, eine Bewegung f?r eine bunte und weltoffene Stadtgesellschaft ohne Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung in Gang zu setzen. Das Jahr ?ber organisierte das B?ndnis unter anderem einmal im Monat ?Bunte Montagsspazierg?nge? mit manchmal Hunderten von Teilnehmern. Zum B?ndnis geh?ren unter anderem die Stadtverwaltung selbst, die im Gemeinderat vertretenen Gruppen und Fraktionen, der Stadtjugendring und die Kirchen.
Das ?Bunte Festival? in der Werderstra?e anl?sslich des Parteitages, der juristisch nicht verhindert werden konnte, war das Ziel und der H?hepunkt des Jahresprogramms. ?Bei allen Weinheimer K?nstlern, die wir angefragt hatten, war die Reaktion gleich positiv, die Bereitschaft zu einem kulturellen Schulterschluss ist sehr hoch?, berichtet Weinheims Pressesprecher Roland Kern, der die Stadt im B?ndnis vertritt.
Am Freitag stellten die Organisatoren eine PR-Kampagne und eine neue Internetseite vor. Die Plakate wurden in der Weinheimer Werbeagentur von Astrid Hensel zusammen mit der ehrenamtlich engagierten Frieda Fiedler entworfen, die Homepage (www.weinheim-bleibt-bunt.de) ebenfalls unentgeltlich in der Agentur ?42 Medien? von Marco Ripanti und Miriam Godau. Die Werbematerialien, Plakate, Banner, Flyer werden ab der n?chsten Woche verteilt und angebracht. Dar?ber hinaus gab es in einer Online-Kampagne auch ?Bunte K?pfe?, das sind B?hnenakteure des Festivals, die sich mit einer Aussage zum Grund ihres Auftritts ?u?ern. Denn an diesem Tag war Kultur nicht nur ein Freizeitvergn?gen, sondern eine Botschaft.
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?Weinheim bleibt bunt? rief zur Mahnwache f?r die Opfer von Istanbul
?Freiheit sch?tzen ? Terrorismus bek?mpfen?, unter diesem Motto rief das B?ndnis ?Weinheim bleibt bunt? am Donnerstag, 14. Januar, zu einer Mahnwache f?r die Opfer des Anschlags von Istanbul auf. Um 18 Uhr fand an der ?Reiterin? in der Weinheimer Fu?g?ngerzone eine Schweigeminute statt. Stella Kirgiane-Efremidis und Hasan Sarica, der Vorsitzende des Weinheimer Moscheevereins, sprachen f?r das B?ndnis. ?Wie in Frankreich, so ist auch dieser Anschlag ein terroristischer Akt gegen unsere Freiheit, ein Angriff auf unsere demokratischen Grundwerte?, erkl?rte Stella Kirgiane-Efremidis im Vorfeld. Und jeder Anschlag dieser Art stelle eine Gefahr weiterer Radikalisierung dar. Deshalb sei es gerade jetzt wichtig, f?r eine offene und bunte Stadtgesellschaft einzutreten, die f?r Freiheit und Selbstbewusstsein, aber auch f?r Wachsamkeit gegen?ber radikalen Tendenzen steht. Noch nie sei der Terror des so genannten ?Islamischen Staats? so nah an Deutschland heranger?ckt wie diesmal: Acht deutsche Touristen wurden bei dem Anschlag get?tet. Nun d?rfe man sich nicht durch den Terror einsch?chtern lassen, sondern m?sse die Grundwerte der Demokratie verteidigen. Europa m?sse noch weiter zusammenr?cken, um Freiheit und Demokratie zu sch?tzen. ?Was in Istanbul geschehen ist, kann morgen ?berall passieren?, hei?t es in einer Pressemitteilung des B?ndnisses. Zur Mahnwache waren alle B?rgerinnen und B?rger herzlich eingeladen. Die Teilnehmer brauchten Kerzen oder kleine Leuchten mit.
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